Was kann man in Georgien in 1 Woche mit dem Auto sehen? Hier findest du eine Georgien-Rundreise für 8 Tage mit Karte und Tagesplan, die wir im Juni selbst mit einem Toyota Prius gefahren sind.
Auf der Strecke liegen bekannte Sehenswürdigkeiten genauso wie Orte, an denen deutlich weniger Touristen unterwegs sind.
Die Route passt gut für aktive Leute, die auch mal 3–5 Stunden in den Bergen wandern wollen — ohne den ganzen Urlaub nur im Auto zu verbringen.
Am besten eignet sich dafür die warme Jahreszeit von Mai bis Mitte Oktober.
Für Internet und Navigation haben wir eine Magti-SIM-Karte, Google Maps und Organic Maps genutzt.
Insgesamt sind wir rund 1.300 Kilometer durch Georgien gefahren. Für die Route brauchst du keinen SUV.

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Mietwagen in Tiflis
Gestartet sind wir in Tiflis. Dort habe ich einen Toyota Prius mit Full Coverage für 190 € für 8 Tage gemietet — ohne Kaution, Selbstbeteiligung oder Kreditkarte.
Gebucht habe ich über Localrent. Ich bin seit Jahren mehrere Monate im Jahr in Georgien und miete fast immer dort. Es ist günstiger und unkomplizierter als bei den internationalen Plattformen
Unser Toyota Prius
Beim Roadtrip habe ich kein Hotel im Stadtzentrum genommen, sondern an einer breiten Straße etwas außerhalb.
Morgens kommt man dort deutlich entspannter aus der Stadt raus und steht nicht erst eine Stunde im Verkehr.
Das Auto wurde abends direkt zum Hotel gebracht.
Diesmal haben wir einen Toyota Prius Hybrid ohne Kaution mit Vollkasko genommen.
Bisher hatte ich in Georgien immer größere Autos — SUVs, Mercedes, BMW. Beim Prius war ich zunächst skeptisch. Aber günstig und sparsam, also warum nicht?
Etwas nervös wurde ich trotzdem, als ich das kleine Auto und die Handbremse gesehen habe, die man mit dem Fuß bedient.
– Und damit kommt man wirklich bis nach Kazbegi?
– Natürlich! Super Auto! Fährt überall hin!
Vor der Abfahrt habe ich wie immer ein detailliertes Video von Kratzern, Fenstern und Reifen gemacht. Danach unterschrieben wir den Vertrag.
Überrascht hat mich, wie angenehm der Prius sich steuern lässt: leichtgängig, bequem und sparsam im Verbrauch. Nicht ohne Grund sitzt fast jeder georgische Taxifahrer in einem Prius.
Mehr als 120 km/h schafft der Wagen nur mühsam — in Georgien braucht man das aber sowieso kaum. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt oft nur bei 40–60 km/h. Selbst auf der Autobahn gilt Tempo 110.
Georgien mit dem Auto: meine Fahrerfahrung
Nach mehreren Monaten ohne Autofahren hatte ich ehrlich gesagt Respekt vor georgischem Fahrstil und den Serpentinen. Einen zweiten Fahrer zur Sicherheit gab es auch nicht. Also tief durchgeatmet, ans Steuer gesetzt — und am Ende war alles halb so wild.
Vielleicht bin ich manchmal etwas zu vorsichtig gefahren und eher mit 50 statt 80 unterwegs gewesen. Dafür kam wenigstens keine Kuh und kein Schaf zu Schaden.
Trotz hoher Strafen wird in Georgien weiterhin gehupt, in Kurven überholt, geschnitten und wild mit den Händen gefuchtelt nach dem Motto: „Was macht die denn da?“ Insgesamt fand ich den Verkehr aber gelassener als erwartet.
Überall stehen Kameras und auch die Polizei ist viel präsent. Ohne Grund wird man aber normalerweise nicht angehalten.
Anschnallen, Tempolimits einhalten — dann wird das schon.

Worauf du beim Mietwagen in Georgien achten solltest
(1) Vollkasko, am besten ohne Selbstbeteiligung
(2) Mindestens 110 PS
(3) Verbrauch von 6–7 l / 100 km. In den Bergen rund 1,5-mal so viel. Benzin oder Diesel macht kaum Unterschied. Ein Hybrid ist ideal, aber die Auswahl ist kleiner.
(4) Unbegrenzte Kilometer
(5) Höhe der Kaution. Oft 100–200 $ – oder gar keine.
(6) Im Sommer früh buchen. Zwischen Juni und September werden günstige Autos schnell knapp. 1–2 Tage vorher sind die Preise deutlich höher.
Ich schaue nur auf diese Punkte und den Preis. Wenn du mehr Details willst, lies meinen Guide zur Mietwagenbuchung in Georgien — dort geht es ausführlich um die Wahl des richtigen Autos, Straßen, Polizei, Versicherungen und Strafen.
Was man in Georgien in 1 Woche sehen kann – die Route auf der Karte

Das ist keine ganz klassische Georgien-Route. Viele Stopps gehören zwar zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes, dazwischen liegen aber auch deutlich weniger touristische Orte.
Wer Georgien auf eigene Faust entdecken will, taucht hier tiefer ein. Die Reiseroute ist ziemlich intensiv. Mit kleinen Kindern würde ich sie in diesem Tempo eher nicht fahren.
Tag 1. Georgische Heerstraße nach Kazbegi
170 km · reine Fahrzeit 3,5 Stunden · mit Stopps 7–8 Stunden
▫︎ Tbilisi Sea und Chronicle of Georgia
▫︎ Georgische Heerstraße mit Stopps
▫︎ Seilbahn Kobi–Gudauri. Bei uns war sie geschlossen.
▫︎ Gergeti Trinity Church mit Blick auf den Kasbek
▫︎ Übernachtung in Alpine Lounge Boutique Hotel 4* in Stepantsminda (Kazbegi)

Die Georgische Heerstraße war lange mein persönlicher Albtraum: Serpentinen, LKWs und Schafherden. Trotzdem zieht es mich jedes Mal wieder Richtung Kasbek.
LKWs gab es genug, dazu eine kleine „Verkehrsblockade“ aus Ziegen und Schafen. Die Tiere wirkten aber organisierter als manche Autofahrer und rannten nicht panisch vors Auto.
Die komplette Strecke ist asphaltiert — sogar bis hoch zur Gergeti Trinity Church. Auf manchen Abschnitten lagen tiefe Schlaglöcher im Asphalt, deshalb musste ich stellenweise ziemlich vorsichtig fahren.
Vom Kasbek haben wir wegen Regen leider fast nichts gesehen. Dafür war das Odschachuri im Restaurant Shina großartig — trotz erstaunlich schlechten Google-Rating.
Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, die zum ersten Mal in Georgien sind, frage ich inzwischen fast immer den Kellner: „Was schmeckt heute besonders gut?“
Dann bestelle ich einfach das, was empfohlen wird.
Beide Odschachuri mit Salaten waren fantastisch. Von Schaschlik und Chinkali wurde uns dagegen eher abgeraten.
Übernachtet haben wir im 4* Alpine Lounge Boutique Hotel (8.7✩, 60 €), gleich unterhalb des bekannten Rooms Kazbegi. Perfekt ist es nicht, aber du hast denselben Blick auf den Kasbek – und im Sommer ist es um ein Vielfaches günstiger.

Tag 2. Juta & Mzcheta
Abfahrt um 8:00 Uhr · Langer Tag · 182 km · reine Fahrzeit 5 Stunden.
▫︎ Sno mit Festung und den riesigen Steinköpfen
▫︎ Juta und die Wanderung Richtung Chaukhi-Wasserfälle (ca. 4 Stunden)
▫︎ Khinkali in Pasanauri
▫︎ Rückfahrt über die Georgische Heerstraße
▫︎ Sonnenuntergang am Jvari-Kloster mit Blick auf den Zusammenfluss der beiden Flüsse
▫︎ Übernachtung in Mzcheta mit Blick auf die Swetizchoweli-Kathedrale direkt aus dem Fenster

Am meisten Sorgen machte mir bei dieser Route die Fahrt nach Juta mit dem Prius.
Juta liegt 20 Kilometer von Stepantsminda entfernt. Die ersten 13 Kilometer bis Karkucha sind inzwischen asphaltiert, danach kommen 7 Kilometer Schotterstraße.
Wir wollten kein Risiko eingehen und haben deshalb in Kazbegi eine Mitsubishi Delica mit Fahrer für 100 Lari (30 €) genommen. Der Fahrer brachte uns nach Juta und holte uns mehrere Stunden später wieder ab.
Vorher solltest du den Straßenzustand prüfen. Dort wird ständig etwas gesperrt, repariert oder nach Erdrutschen geräumt. Vor Juni würde ich nicht nach Juta fahren.
Juta ist ein Hochgebirgsdorf im Kazbegi-Nationalpark auf 2.200 Metern Höhe mit Blick auf das Chaukhi-Massiv.
Die meisten laufen von Juta zu den Wasserfällen oder starten die Zwei-Tages-Wanderung nach Roshka.

Bis zum kleinen See und dem ersten Wasserfall sind es 3,5 Kilometer: hin und zurück etwa 3 Stunden und 400 Höhenmeter. Blumen, gewaltige Berge und der Fluss mitten durchs Tal. Hier spürt man plötzlich, wie groß und wild Georgien eigentlich ist.
An einem Tag schaffst du von hier aus auch den Chaukhi-Pass auf 3.300 Meter, hin und zurück etwa 8 Stunden. Bei uns zogen irgendwann Hagel und Nebel auf, und alles verschwand.
Wandern ist aber kein Muss. Das Chaukhi-Massiv siehst du schon vom Hotel Fifth Season, etwa einen Kilometer vom Hauptparkplatz. Manche sitzen dort stundenlang mit Tee oder Wein in Hängematten und Sitzsäcken davor.
Wir haben gefroren, sind klatschnass geworden und beschlossen, wieder ins Tal zu fahren.
Unterwegs hielten wir in Pasanauri bei einem Restaurant voller Georgier. Dort gab es weichen Kalbs-Schaschlik für 18 Lari pro Portion.
Den Sonnenuntergang schauten wir vom Hügel beim Jvari-Kloster, wo zwei Flüsse zusammenfließen..
In Mzcheta hatten wir ein Gästehaus mitten im Zentrum. Ich lag im Bett, schaute aus dem offenen Fenster und konnte es kaum glauben: Swetizchoweli, die wichtigste Kirche Georgiens, keine hundert Meter entfernt.

Tag 3. Kodjori & Birtvisi
115 km · 3 Stunden reine Fahrzeit · Der ganze Tag dauerte 9 Stunden
▫︎ Fahrt quer durch Tiflis zur Rushhour
▫︎ Azeula Fortress bei Kodjori mit den berühmten Treppen über dem Abgrund
▫︎ Birtvisi Canyons, 5-stündiger Trek mit leichten Kletterpassagen
▫︎ Sonnenuntergang über den Canyons und weiter zum Algeti-Stausee
▫︎ Übernachtung in einem Guesthouse in Manglisi (Wir hätten auch noch bis Tsalka weiterfahren können.)
Eigentlich sollte das ein gemütlicher Tag werden. Wenig fahren, wenig laufen. Dachten wir zumindest.
Morgens liefen wir noch durch Mzcheta, schauten uns die Kirchen an und frühstückten in Ruhe. Danach ging es Richtung Tiflis — und plötzlich nur noch Hitze, Verkehr und Chaos.
Überall Autos, alle drängeln, hupen und wechseln permanent die Spur.
Irgendwann lag das Schlimmste hinter uns und wir fuhren immer höher über die Stadt.
Die Luft wurde klarer, die Straße leerer. Durch kleine Dörfer ging es weiter nach Kojori, 22 Kilometer von Tiflis entfernt.
Dort liegt die Azeula Fortress mit ihren Treppen über dem Abgrund. Dazu erstaunlich große Eidechsen und ein ziemlich verrückter Blick über die Berge.

Auf dem Plan standen jetzt die Birtvisi Canyons auf dem Plan. Ich hatte absichtlich fast nichts darüber gelesen — wir schauen unterwegs einfach auf die Karte, dachte ich.
Kurz vor dem Ziel mussten wir plötzlich eine fast senkrechte Felswand hoch. In dem Moment war ich sicher, dass ich dort hängen bleiben würde.
Birtvisi ist komplett irre. Ein weitläufiges Gebiet, überall Felsen, Schluchten und Aussichtspunkte. Dort gibt es auch deutlich einfachere Wanderungen für 3–4 Stunden.
Als wir wieder beim Auto waren, wurde es schon dunkel. Irgendwo mussten wir schlafen, also buchten wir spontan ein Gästehaus im Nachbardorf.
Touristen verirren sich dorthin kaum. Als wir im Dunkeln ankamen, sprach uns sofort jemand an:
– Wo kommt ihr her?
Fünf Minuten später wusste gefühlt das ganze Dorf, dass wir da sind.
Genau solche Momente liebe ich an Georgien. Auf dem Land läuft vieles anders als in der Stadt. Im Gästehaus empfing uns eine wunderbare Frau, machte Chinkali mit Quark und erzählte aus ihrem Leben.

Tag 4. Nach Vardzia über die Südroute
195 km · 4 Stunden reine Fahrzeit · Mit Stopps rund 9 Stunden
▫︎ Tsalka und der Dashbashi Canyon (3 Stunden für Wanderung und Picknick)
▫︎ Paravani-See auf 2.073 Metern Höhe mit Blick auf die erloschenen Vulkane
▫︎ Nonnenkloster Poka mit eigener Käserei
▫︎ Ninotsminda, die Stadt der Störche
▫︎ Vardzia, 2 Stunden für die Besichtigung der Höhlenstadt
▫︎ Forelle, Schaschlik und Chatschapuri am Spieß in einem Restaurant am Fluss
▫︎ Übernachtung im Vardzia Resort mit Blick auf die Höhlenstadt

Dieser Tag war einfach großartig.
Hochgebirgsseen, Milliarden Schafe und Hirten mit Fragen wie:
„Willst du auf einem Esel reiten? Oder auf einem Pferd?“
Menschen sahen wir kaum. Die Landschaft erinnerte eher an Kirgisistan oder Südamerika als an Georgien.
Lange habe ich mich nicht getraut, die Strecke über Tsalka, Paravani, Poka und Ninotsminda nach Vardzia zu fahren. Die Straße verläuft auf 1.700 bis 2.000 Metern Höhe. Früher war das eine Katastrophe.
Heute liegt überall Asphalt. Von Juni bis Oktober kommst du mit jedem normalen Auto durch.
Am Dashbashi Canyon bei Tsalka haben sie eine riesige Brücke hingestellt. Der Eintritt kostet 79 Lari.
Du kannst über den Canyon laufen, zu den Wasserfällen hinuntersteigen oder mit der Zipline fahren.
Am Paravani-See war es eisig kalt und regnerisch. Das Kloster mit der Käserei hatte zu, dafür hing an der Tür eine Telefonnummer.

Unterwegs nahmen wir einen Anhalter mit. Ein armenischer Junge war auf dem Weg nach Bogdanowka.
Rund um Ninotsminda leben zu 99 % Armenier. Und Störche. Auf fast jedem Strommast entlang der Hauptstraße steht ein Nest. Kein Witz. Dutzende Vögel haben sich hier eingenistet.
In Ninotsminda wurden wir von der Polizei angehalten.
– Führerschein!
– Gamarjoba.
– Hallo. Hast du überhaupt einen Führerschein? Wohin schleichst du? Und warum hast du uns zugeblinkt?
– Damit ihr überholen könnt. Wir sind zum ersten Mal hier und suchen Störche.
– Bei uns gibt es überall Störche. Warum sucht ihr die?
– Die meisten sitzen oder schlafen. Wir brauchen einen, der schön steht. Schauen Sie mal, wie groß der da ist! Da musste ich sofort anhalten und ein Foto machen.
– Falsch gemacht hast du nichts. Aber komisch bist du schon. Vor einem Polizeiauto bremsen und blinken … Na gut. Findet ihr die Hauptstraße selbst oder sollen wir euch hinbringen? Viel Glück!
Dann kam Vardzia. Dort stimmt einfach alles: die Straße hinauf, die Höhlenstadt selbst und das kleine Restaurant am Fluss beim Parkplatz, wo man nach dem Besuch wunderbar sitzen bleiben kann. Die Portionen sind nicht groß, die Forelle war dafür ausgezeichnet.
Übernachtet haben wir im Vardzia Resort (9.1✩, 80 €) mit Blick auf die Höhlenstadt. Große Zimmer, sehr sauber. Und diese grünen Berge! Wunderbar geschlafen.

Tag 5. Akhaltsikhe, Abastumani & Borjomi
160 km · 3 Stunden reine Fahrzeit · Keine Wanderungen
▫︎ Khertvisi-Festung
▫︎ Rabati-Festung in Akhaltsikhe
▫︎ Abastumani-Sternwarte und Picknick im Wald
▫︎ Übernachtung in Golden Tulip Borjomi 4*
Heute würde ich Abastumani aus dem Plan streichen und von Akhalziche direkt nach Borjomi fahren. Das Grüne Kloster anschauen, durch den Park spazieren und in den Schwefelbädern baden. Oder gleich in Bakuriani übernachten. Im Winter ein Skigebiet, im Sommer fahren die Seilbahnen auch und man kann ausreiten.

Nach Abastumani fuhren wir wegen der Sternwarte. Abastumani ist ein Kurort. Früher standen hier russische Datschen, davon ist die für Georgien untypische Architektur geblieben: Holzhäuschen mit geschnitzten Veranden.
Inzwischen steckt Georgien viel Geld in die Wiederbelebung von Abastumani: Die alten Häuser sind restauriert, in der Sternwarte steht ein neues Teleskop, und es gibt regelmäßig Führungen. Du darfst sogar selbst durch ein sowjetisches Teleskop von 1937 schauen.
Ausgerechnet an unserem Tag hatte die Sternwarte zu. Also stapften wir enttäuscht durch den Wald.
Weiter ging es nach Borjomi, mit Übernachtung im Golden Tulip Borjomi (9.2✩, 105 € mit Frühstück) neben dem Zentralpark – der besten Lage der Stadt.
Das Hotel steckt in einem restaurierten historischen Gebäude. Die Sauna war im Zimmerpreis dabei, und wir hatten sie ganz für uns. Du sagst einfach, wann du kommen willst, und sie reservieren dir die Stunde.
Einen eigenen Parkplatz gibt es nicht, wir haben gleich nebenan auf dem öffentlichen Parkplatz beim Eingang zum Park geparkt.

Tag 6. Racha
185 km · 4 Stunden reine Fahrzeit · mit Stopps 8 Stunden
▫︎ Borjomi-Park und Mineralquelle, mit dem Auto bis zur oberen Seilbahnstation
▫︎ Fahrt nach Racha und Mittagessen auf einer Terrasse mit Blick auf den Fluss
▫︎ Tkibuli: verlassene Seilbahn über dem Abgrund und Wanderung zum Berg Tskhrajvari
▫︎ Weiter über den Nakerala-Pass nach Ambrolauri
▫︎ Übernachtung im Glamping Georgia Krikhi
Statt Racha kannst du auch in die Umgebung von Kutaisi fahren. Dort warten Klöster, Höhlen und Canyons. Die Route wird dadurch etwas klassischer.

Kaum war Tkibuli im Rückspiegel verschwunden, zog sich bei mir alles zusammen.
Gleich kommt der Nakerala-Pass. Und dann fünf Kilometer zu Fuß auf den Tskhrajvari. Bergauf, durch den Wald und bei diesem Nebel.
Und dann passierte ein kleines Wunder: Bis zur verlassenen Seilbahnstation dort oben hatten sie inzwischen eine Straße gebaut. Sogar einen Parkplatz gibt es jetzt.
Von dort sind es nur noch 800 Meter bis zur Aussichtsplattform auf dem Berg der Neun Kreuze. Der Weg führt über einen steinigen Pfad durch den Nadelwald.
Für den Hin- und Rückweg inklusive langer Pause oben brauchten wir rund zwei Stunden.

Danach ging es weiter Richtung Ambrolauri, der Hauptstadt von Racha. Unterwegs kamen wir am Shaori-Stausee und an der Nikortsminda-Kirche vorbei.
Am Abend liefen wir noch zum Love Waterfall und badeten im Rioni.
Diese Nacht verbrachten wir im Glamping Georgia Krikhi (9.2✩, 70 €), direkt am Hang. Große, gemütliche Zelte mit eigene Dusche und Küche, bequeme Betten, sogar Bademäntel und Shampoo.
Dazu ein beheizter Pool, der über den Abhang hinausragt. Daneben Hängematten und eine Feuerstelle zum Sitzenbleiben. Im kleinen Café-Häuschen stehen Heizstrahler auf der Veranda, und das Essen bringen sie dir ans Zelt.
Drumherum nur Wald und Wildnis. Blick auf den Fluss und die Büsche ringsum, und rund um die Uhr singen die Nachtigallen.

Tag 7. Racha, Shovi, Chiatura & Katskhi
300 km · reine Fahrzeit 6,5 Stunden · mit Stopps 12 Stunden
▫︎ Ambrolauri – Wein und grüne Hügel
▫︎ Shovi – hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln
▫︎ Chiatura – Stadt der Seilbahnen
▫︎ Katskhi-Säule – Kirche auf einem Felsen
▫︎ Übernachtung in Gori

Ambrolauri auf 550 Metern ist das Zentrum von Racha. Rund um die Stadt gibt es Weinberge, das Weingut Khvanchkara, kleine private Weinkeller, den Fluss und grüne Hügel.
Shovi auf 1.600 Metern ist die abgelegenste Ecke von Racha, 60 Kilometer von Ambrolauri entfernt. Hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln, dichter Nadelwald und spektakuläre Landschaften. Hier startet auch die anspruchsvolle Wanderung zum Udziro-See.
Von Shovi weiter nach Chiatura, der Stadt der Seilbahnen.
Zum Schluss machten wir noch einen Stopp an der Katskhi-Säule – einer Kirche auf einem Felsen.
Übernachtet haben wir in Gori.

Tag 8. Rückgabe des Autos in Tiflis
Statt zu frühstücken, rasten wir nach Tiflis, um das Auto rechtzeitig zurückzugeben.
Ein junger Mann kam, nahm die Schlüssel:
– Habt ihr das Auto zerkratzt?
– Nein!
– Okay.
Sprang hinters Steuer und düste in den Tifliser Stau, nur noch ein kurzes: „Ich prüfe eure Bußgelder und schreibe euch auf WhatsApp.“ Geschrieben hat er nie.
Unterkunft und Verpflegung in Georgien
Übernachtungen: drei Nächte im 4-Sterne-Hotel (70–100 € pro Nacht), eine im Glamping, der Rest in Gästehäusern für rund 30 €.
Ausgesucht habe ich nach Bewertung (9,5+) und frischer Renovierung. In den Dörfern haben wir uns mit der Unterkunft nicht lange aufgehalten und einfach eine halbe Stunde vor Ankunft etwas in der Nähe gebucht.
Beim Essen haben wir die Einheimischen gefragt, wo es schmeckt. Für unterwegs immer dabei: Obst, Brot, Nüsse, Kekse.
Kleidung für alle Jahreszeiten. In den Bergen +15 bis +25 Grad: Jacke, Jeans, Jogginganzug. In den Tälern Hitze von +25 bis +35: Shorts, T-Shirts, Kleider.
Schuhe: Flip-Flops und normale Sneaker.
Was kostet eine Georgien Rundreise?
Durchschnittliche Reisekosten für zwei Erwachsene, Kategorie „günstiger Komfort“, außerhalb der Hauptsaison:
Mietwagen in Tiflis für 7 Tage: 190 €
Benzin: 110 €
Unterkunft, 7 Nächte: 400 €
Essen: 300 €
Eintritte: 60 €
Gesamt: 1.060 € inklusive allem für 8 Tage / 7 Nächte, also 530 € pro Person. Ziemlich gut, oder?
Seid ihr zu dritt oder viert, teilen sich die Autokosten auf alle auf. Wer lieber jeden Tag in Boutiquehotels schläft und in Restaurants isst, sollte mit dem zwei- bis dreifachen Budget rechnen.
Im Juli und August sind Unterkünfte und Mietwagen teurer – entsprechend steigen die Kosten.

P.S.
Das ist nur das Grundgerüst für deinen Georgien-Roadtrip. An jedem Tag lassen sich noch weitere Orte einbauen.
Als motivierte Fahrerin hielt ich sechs Tage durch, dann war die Luft raus. Jeden Tag 200 bis 300 Kilometer: Serpentinen, zu Fuß, auf allen vieren, wieder Serpentinen, wieder kriechen – bei Regen, Hitze, in den Wolken, im Schnee.
Körperlich anstrengend. Emotional ein totaler Reset. Tiflis hatte ich mit dunkelgrauen Gedanken verlassen – eine Woche später kam ich mit knallbunten zurück.
Nicht in die Route geschafft haben es die Umgebung von Kutaisi, Swanetien und Adscharien – dorthin sind wir separat gefahren, für länger.